|
|
Geschichte der Antoniterkirche
 |
| Grundriss der Antoniterkirche |
Die Kirche liegt in der Schildergasse, Kölns größter Einkaufsstraße, auf früherem Grund des Bettelordens der Sackbrüder. Nach Auflösung dieses Ordens wurde das Grundstück 1298 dem Antoniterorden übergeben. Die Antoniter waren sehr erfolgreich in der Behandlung von Mutterkornvergiftungen, einer Krankheit, die in Teilen von Westeuropa epidemisch auftrat. Da die Antoniter hohe Spenden von dankbaren Patienten erhielten, konnten sie eine Kirche auf eigenem Grund erbauen. Der 1350 begonnene Bau wurde gegen 1378 fertig gestellt. Die Kirche ist eine dreischiffige gotische Pfeilerbasilika mit Kreuzrippengewölbe und einem für Bettelordenskirchen typischen Dachreiter, der sich mittig über dem Hauptschiff befindet.
|
Übergabe der Antoniterkirche an die Kölner Protestanten
 |
| Gedenktafel in der Schildergasse 96 |
Im Zuge der Säkularisation während der französischen Besatzung des Rheinlandes wurde den Protestanten das Recht der freien Religionsausübung zugestanden. Eine Gedenktafel in der Schildergasse 96 erinnert an den ersten öffentlichen Gottesdienst im Haus der Brauerzunft am Sonntag Rogate 1802. Wenig später, am 7. Juli 1802, wurde den Protestanten, die seit dem 16. Jahrhundert ihren Glauben heimlich praktizieren mussten, die Antoniterkirche und die angrenzenden Gebäude zugesprochen. Die Renovierung der Kirche unter der Leitung von Ferdinand Franz Wallraf dauerte drei Jahre. Im Zuge der Umwidmung wurden sie den Bedürfnissen eines protestantischen Gottesdienstes umgestaltet. Am Sonntag Rogate, 19. Mai 1805, konnte die Evangelische Gemeinde Köln dann ihren ersten genehmigten öffentlichen Gottesdienst in einer Kirche feiern.
|
Die Antoniterkirche nach dem Zweiten Weltkrieg
 |
| Christian Gottlieb Bruch, erster lutherischer Pfarrer an der Antoniterkirche |
Am 31. Mai 1942 wurde die Antoniterkirche durch die Bomben des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt. Unter großen Anstrengungen wurde bereits 1946 der Wiederaufbau in die Wege geleitet, so dass die Antoniterkirche bereits am 18. Mai 1952 - im Beisein von Bundespräsident Theodor Heuss - wieder eingeweiht werden konnte. Sie ist heute nach dem Kölner Dom die meistbesuchte Kirche Kölns. Ab Oktober 1968 beherbergte die Antoniterkirche das "Politische Nachtgebet", durchgeführt von einem ökumenischen Arbeitskreis, dem unter anderem Dorothee Sölle, Fulbert Steffensky, Marie Veit, Heinrich Böll, Klaus Schmidt und Egbert Höflich angehörten. Weitere Informationen
Rogate, 1. Mai 2005, feierte die Gemeinde der Antoniterkirche den zweihundertsten Jahrestag des ersten protestantischen Gottesdienstes in dieser Kirche. Anlässlich der Feierlichkeiten wurde das Abendmahl auf dem ältesten protestantischen Friedhof im Rheinland, dem Geusenfriedhof, am Grab des ersten lutherischen Pfarrers an der Antoniterkirche, Christian Gottlieb Bruch (1770-1836), Großvater des Komponisten Max Bruch, gefeiert. Seit 2005 steht die mittelalterliche Kirche nun in einem beeindruckenden Kontrast zu dem von Renzo Piano erbauten Weltstadthaus.
|
|
Sie interessieren sich für die Geschichte und Ausstattung der Antoniterkirche?
Nehmen Sie teil am Rundgang der AntoniterCityTours, der in der Regel an jedem 1. Donnerstag im Monat stattfindet!
Antoniterkirche und Weltstadthaus
Architekt Renzo Piano zu seinem "Weltstadthaus" und der Antoniterkirche im Kölner Stadt-Anzeiger. Foto © Ermano Meichsner
Das "Taukreuz" der Antoniter
Schlussstein in der Antoniterkirche mit dem Symbol der Antoniter © Martina Dienemann
Artikel des Kölner Stadtanzeigers zum Wiederaufbau 1952
|